Vergangene Veranstaltungen

Tag des Offenen Denkmals auf Burg Lede

Sonntag, 8. September 2019, 11-16 Uhr

 

Modern(e): Umbrüche in Kunst und Architektur

„Es hat keine Epoche gegeben, die sich nicht im exzentrischen Sinne ‚modern‘ fühlte.“(Walter Benjamin, Das Passagen-Werk)

 

Vortrag

Sonntag, 8. September, 11.30 Uhr

Dr. Ros Sachsse-Schadt

Wilhelm Franz – Zwischen Historismus und Moderne 

 Salon der Burg Lede

Als 1904 Otto Weinlig, Direktor der Dillinger Hüttenwerke, die damals so genannte Schneckenburg erwarb, beauftragte er mit Wilhelm Franz einen Stadtbaumeister und Architekten aus Berlin mit einer schöpferischen Rekonstruktion der gotischen Wasserburg Lede. Seit 1901 hatte Franz den neu eingerichteten Lehrstuhl für Baukonstruktionen und Industriebauten an der Königlichen Technischen Hochschule Berlin-Charlottenburg inne. In der Architektur der Burg Lede vereint Franz den zu der Zeit aufkommenden und beliebten Reformstil prämoderner Villen- und Industriearchitektur mit der überkommenen Formensprache historistischer Repräsentationsbauten des Kaiserreichs.

In Aufsätzen wie „Über die Schönheit der Nutzbauten“ und „Wie kommen wir zu schönen Fabrikbauten“ sowie in seinem wegweisenden Beitrag  „Fabrikbauten“ zum Handbuch der Architektur (1880-1943) lieferte er einen wichtigen und viel zitierten Beitrag für Bauhistoriker und Praktiker, in dem er sich auch besonders mit Arbeitsabläufen in Theorie und Praxis auseinandersetzte.

 

Dr. Ros Sachsse-Schadt ist Kunsthistorikerin mit Schwerpunkt auf der Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts sowie der aktuellen Gegenwart unter dem besonderen Aspekt gesellschaftlicher, politischer und sozialer Zusammenhänge, Stadtverordnete und kulturpolitische Sprecherin der Grünen, Bonn.